Interdisziplinäre Fachtagung
"Zukunft gestalten"
Welche Auswirkungen hat KI auf unsere Zukunft?
Und wie gestalten wir Zukunft durch effektiven Wissenstransfer?
am 1. + 2.10.26 in Tübingen
Chair: Annette Anna Hoffmann
Host: Prof. Dr. Reinhard Kahle

KI-Symbolbild Adobe Firefly
KI entwickelt sich in einem rasanten Tempo weiter. Jede Woche kommen neue Services auf den Markt und es wird schwer, den Überblick zu behalten. Gleichzeitig werden die negativen Auswirkungen auf die Gesellschaft immer sichtbarer, allein die Auswirkungen von Deep Fakes sind unübersehbar.
Artikel 4 des EU AI Acts, der eine ausreichende Kenntnis und Entscheidungsfähigkeit im Umgang mit KI bewirken sollte (= AI Literacy) verpuffte in seiner Wirkung an minimalen E-Learningstandards. Echte Aufklärung zu den "Risiken & Nebenwirkungen" der einzelnen KI-Gruppen sowie zu KI-Agenten und ihrer Arbeitsweise blieb zu oft außen vor. Schulungen zu AI Literacy wurden meist auf besseres Prompting und (IT)- Datenschutz reduziert, ohne wirklich in der Tiefe auf die Wirkungsweise von KI-Modellen und selbstlernenden Systemen einzugehen.
Der Glaube an die Allwissenheit der "KI-Magie", Unsicherheit über die wahre Leistungsfähigkeit der "Intelligenz" der Maschinen und in Teilen auch Angst vor der Wirkmacht vor KI-Systemen sind weiterhin verbreitet. Gleichzeitig kommt mit der Humanoiden Robotik und dem Begriff der "Physical AI" die nächste Stufe der KI-Nutzung angerollt: KI-Systeme in Verbindung mit Mechanik, Sensorik und Steuerung. Nvidia bastelt an der Vision von Robotern, die durch Beobachtung lernen und sich in unserer Welt natürlich bewegen können. Mit der Animation von "Olaf" aus der Eiskönigin von Disney wurde ein erster Aufschlag gemacht.
Daneben wird der Einsatz von KI in der Kriegsführung immer dominanter. Standen vor 10 Jahren noch die Möglichkeiten für das Gemeinwohl im Fokus der Narrative über das Maschinelle Lernen, werden jetzt ungeachtet der Risiken (KI beruht auf Wahrscheinlichkeiten) zunehmend autonome Systeme eingesetzt, die der Zivilbevölkerung schaden können. Zudem liegt die Kontrolle übe die leistungsstarken KI-Systeme sowie die Weiterentwicklung zu einer möglichst universell einsetzbaren KI in immer weniger Händen. Und die Ansprüche der EU an eine "menschzentrierte KI", die wirklich in erster Linie dem Menschen (und Menschlichen) dient, scheinen weitesgehendst ins Leere zu laufen.
Tagungsprogramm
"Zukunft gestalten"
Tag 1 - 1.10.2026
Welche Auswirkungen hat KI auf unsere Zukunft?

Keynote von Prof. Klaus Mainzer:
Wann übernehmen die Maschinen?
KI ist nicht nur statistische Datenoptimierung, sondern beginnt, zu erklären und zu entscheiden, die Energieeffizienz des menschlichen Gehirns zu simulieren und sich mit Quantencomputing zu verbinden.
Wie können wir sie so gestalten, dass sie dem Menschen dient?
Keynote mit Diskussion
Prof. Klaus Mainzer
Präsident der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste (EASA); Sprecher für Grundfragen der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech); Mitglied der Academy of Europe (Academia Europaea); Gastprofessor und Autor;
Carl-Friedrich-von-Weizäcker-Zentrum, Uni Tübingen

Zum Mindset hinter Claude & Antrophic:
Utilitarismus & der Effektive Altruismus
Die wissenschaftliche Berechnung der optimalen Zukunft und die Angst vor dem Unerwarteten
Die Effektiven Altruisten, eine auf den Utilitarismus zurückgehende neuere Strömung in der Philanthropie wollen den globalen Nutzen aller fühlenden Wesen maximieren. Die utilitaristische Praxis, Glück und Leid unterschiedlicher Menschen zu quantifizieren und miteinander aufzurechnen hat schon immer scharfe Kritik hervorgerufen.
Noch problematischer wird es, wenn man sich genauer anschaut, wer im Effektiven Altruismus genau als fühlendes Wesen definiert wird. Es häufen sich absurde transhumanistische Äußerungen, die künstlicher Intelligenz Emotionen, Bewusstsein und sogar eine Seele zuschreiben.

Computer-Modellen sollen übermenschliche Denkfähigkeiten haben, Menschen träumen von der Unsterblichkeit durch den Upload ihres Bewusstseins in die Cloud und auf einmal scheint der Ausbau von riesigen Datencentern als moralische Pflicht.
Impulsvortrag mit Diskussion
Leonhard Anzinger
Universität Hamburg

KI und die Tücken für die Demokratie
Die beiden Szenarien der Zukunft:
KI als Monopol weniger oder
KI als Tool der regionalen Wertschöpfung
Impulsvortrag mit Diskussion
Anna Hoffmann
Anna Hoffmann Consulting

"Populäre Ki-Narrative beruhen also auf drei Grundelementen, nämlich
- der Anthrpomorphisierung von KI-Systemen (= Vermenschlichung),
- affektiv überzeichneten Zukunftserwartungen (utopisch wie apokalyptisch) und
- kurzfristigen technologischen Lösungsversprechen für gesellschaftliche Probleme
(Solutionismus)."
Zitat aus "Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus" von Rainer Mühlhoff

Quantencomputing für die Zukunft
Impulsvortrag von Benedikt Poggel,
Researcher Quantum Computing am Fraunhofer-Institut für Kognitive Systeme IKS, München
"Die Funktionsweise im Quantencomputer läuft anders als bei herkömmlichen Computern nicht auf elektronischer Ebene, sondern auf physikalischer Teilchenebene ab. In der Zukunft wird es ein Zusammenspiel von klassischen Computern und Quantencomputern geben.
Denn klassische Computer braucht man beispielsweise, um Daten für den Quantencomputer aufzubereiten. Wahrscheinlicher ist, dass es in Zukunft einen Quantenprozessor geben wird, ähnlich wie einen Grafikprozessor. Dann könnte ein klassischer Computer auch einen Quantencomputer enthalten."

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Kreislauffähige Wertschöpfung
Insights aus dem "Handbuch Kreislauffähige Wertschöpfung"
der Fraunhofer-Institute IPA und IAO
(angefragt)
"Die kreislauffähige Wertschöpfung bietet Unternehmen wertvolle Chancen und vielfältige Handlungsmöglichkeiten in Zeiten knapper Ressourcen, unsicherer Lieferketten und dynamischer Märkte. Dieses Open Access-Handbuch liefert einen kompakten Überblick über die zentralen Aspekte der kreislauffähigen Wertschöpfung:
- Welche Schlüsselkonzepte liegen zugrunde?
- Wie lassen sich zirkuläre Geschäftsmodelle erfolgreich gestalten?
- Welche Technologien und Ansätze fördern die Kreislauffähigkeit?"
Serious Gaming Strategieseminar:
Humanity Centered AI


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Partizipatives Strategieseminar mit Serious Gaming:
Humanity Centered AI – KI-Systeme für Wohlergehen, Nachhaltigkeit und Lebensqualität in der Gruppe konzipieren
Anna Hoffmann & Prof. Reinhard Kahle
- Nach welchen Gesichtspunkten müssen KI-Systeme entworfen werden, um der Bezeichnung "zum Wohl der Menschheit und des Planeten" gerecht zu werden?
- Welche Grundwerte sollten beim Einsatz von KI zum Tragen kommen, um eine ökologische, ökonomische und sozial Nachhaltigkeit langfristig abzusichern?
- Wie können unternehmerische Strategien, die gemeinwohlorientiert sind, durch KI-Systeme und KI-Algorithmen gezielt gefördert und unterstützt werden?
Eine mögliche Antwort auf diese Fragen bieten die Grundwerte für Wohlergehen nach dem GPI Atlantic, die in dem Strategieseminar durch konkrete Arbeitsaufträge adressiert werden.
Gedanken zur Zukunft von KI und Menschen
Macht die Monopolisierung von
KI Power die Welt für uns Menschen zu einem besseren Ort? Wo bleiben die Versprechen, dass KI nur die stupide Arbeit abnehmen soll, damit der menschliche Geist mehr Zeit für die wirklich wichtigen, kreativen und visionären Themen hat? Es wird automatisiert, was automatisiert werden kann.
Auch ohne genauer hinzusehen, was Sinn mach und was nicht. Die
menschzentrierte KI
der EU existiert nur noch auf dem Papier.
Unternehmen, die nur auf "billiger" achten, und nicht auf ihre Mitarbeitenden, haben irgendwann keine Kunden mehr. Es sind Menschen, die Kaufentscheidungen treffen. Es sind Menschen, die als Endkonsumenten von den KI-Strategien profitieren sollten. Produzieren wir jetzt mit GenAI bessere Produkte für eine bessere Welt? Oder können wir mehr digitales Gedöns erstellen und hin- und her schubsen?
"Accountability, Urteilsvermögen, kreative Haltung sind menschliche Qualitäten, die kein Modell ersetzen kann. Ich finde es wichtig, dass Menschen laut fragen: "Für wen ist das eigentlich eine Chance?" Denn wenn wir das nicht fragen, entscheiden andere für uns." Relevante Gedanken auf LinkedIn, wichtige Fragen.
Aber leider entscheiden schon länger einige wenige (meist) Herren über unsere technische Zukunft und die meisten machen (noch?) einfach begeistert mit.
Was macht
Produktivität
aus? Ist "generierende KI" sinnvoll produktiv?
Träumen die Menschen jetzt berechtigt von einer nahen
guten Zukunft?
Warum sind viele so froh, ihren
textlichen Workload
an eine Maschine abgeben zu können? Brauchen wir all den Content, die Berichte und Texte, die mit KI so schnell erstellt werden können?
Oder brauchen wir echten Austausch, für den keiner (trotz KI) mehr Zeit hat?
Technologie sollte mal Vielfalt und Selbstwirksamkeit ermöglich. Nicht maximale Monopole ohne (Ab-)wahlmöglichkeit.
KI Agenten
sind für den Anwendenden Textaneinanderreihungen, die an magische "intelligente Wesen" im Inneren der Blackbox adressiert werden. Das ist irreführend. Es sind letztlich nur Schnittstellen und Code/Token-übergaben. Keine Intelligenz, aber eben autonome Maschinen.
Wichtige als die Existenz von immer mehr autonomen Maschinen wären gute Systemarchitekturen, wirklich an den Bedarf von Menschen angepasste Prozessdesigns und ein Denken vom Ende her: Von der (Aus)wirkung auf das gesamte System rückwärts zu bewussten Entscheidungen im Detail am Start.
Iterierte Reflexion
statt blindes "effizient". Und dafür haben wir ja dank KI jetzt ja sehr viel Freiraum, oder?
Anna Hoffmann, März 2026

Tagungsdinner am Abend in Tübingen
Tag 2 - 2.10.2026
Wie gestalten wir Zukunft durch effektiven Wissenstransfer?

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digital_breakfast Sonderausgabe
Was benötigt der Wissenstransfer in Deutschland?
Livetalk mit
Prof. Matthias Groß,
Professor am Institut für Informationswissenschaften der TH Köln und Geschäftsführer der INSIGMA IT Engineering GmbH,
und
Oliver Völckers,
Co-Gründer von BeST Berliner Sensortechnik GmbH.
Grundlage waren die Sensorerfindungen von Oliver Völckers und seine über 50 erteilten Patente weltweit.

Graffiti am Telegrafenberg Potsdam
Erfahrungen aus der Praxis:
Mehrwerte aus der Forschung realisieren
Best Practice und Hindernisse
Inputs und Diskussion mit
Dr. Edzard Weber,
Wirtschaftsinformatik, Prozesse und Systeme / Nachwuchsforschergruppe Entscheidungsmanagement, Universität Potsdam
und
Alexander Nasuta
Doktorand am Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen

Einsteinturm in Potsdam

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Expertenpanel
Forschung für die Zukunft
Inputs und Diskussion mit
Prof. Reinhard Kahle
Leiter des Carl-Friedrich-von-Weizäcker-Zentrums an der Uni Tübingen
Dr. Eva Feig
Business Development DLR Projketträger
Denes Robert Fantasny
bizztech, Smartcities
Walter Ehrenberger
Scientometric Researcher
Partizipativer Strategieworkshop:
Robomobbing

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Robomobbing als Thema in der
"Heute-Show" des ZDF vom 24.4.2026
https://www.zdf.de/play/shows/heute-show-104/heute-show-vom-24-april-2026-100
Partizipativer Strategieworkshop:
Robomobbing - Kultureller Widerstand gegen intelligente und autonome Systeme in Organisationen
mit Anna Hoffmann
Der Widerstand in der Belegschaft gegen Künstliche Intelligenz, (Humanoide) Roboter und autonome Maschinen wird umgangssprachlich als "Robomobbing" bezeichnet. Intelligente Technik wird als Bedrohung erlebt, und das kann verschiedene Ursachen haben.
Analysen des Phänomens haben ergeben, dass
- die Entwertung der eigenen Fachkenntnisse,
- die Befürchtung, durch eine Maschine ersetzt zu werden,
- die Schwächung der eigenen Rolle im Unternehmen
- ein Gefühl der Unterlegenheit vor dem angekündigten "Superhirn" und
- die Unzufriedenheit mit der Qualität der eingeführten KI-Werkzeuge
eine große Rolle spielen.
Fragestellungen im Strategieworkshop:
- Wie können Geschäftsführung und HR sinnvoll handeln, um Ängste im Kontext von KI abzubauen?
- Welche Formate helfen, um Halbwissen über KI zu identifizieren und echtes Wissen aufzubauen?
- Wie sieht der aktuelle Stand in der Humanoiden Robotik tatsächlich aus (Insights von der Hannover Messe)?
- Was ist an der aktuellen KI-Entwicklung kritisch zu betrachten und wo liegen handfeste Chancen?
